Diabetes Rant Posting

Manchmal muss man seinen Unmut über bestimmte Sachen einfach rauslassen. Dieses Thema hat mich jetzt schon einige Tage beschäftigt und ich will mal aufschreiben wieso das so ist.

Erstmal verstehe ich es nicht wieso ich als Diabetiker immer noch Geld für meine Medikamente bezahlen muss. Ich brauche diese Medikamente zum leben. Nehme ich sie nicht werde ich früher oder spät sterben. Auch jede einzelne Injektion ist wichtig und vor allem nötig. Kaufe ich also eine Box mit Insulin bin ich locker zwischen zwanzig und dreißig Euro los. Manchmal frage ich mich wieso wir überhaupt Krankenkassenbeitrag bezahlen wenn noch nicht einmal lebenswichtige Medikamente kostenfrei für die Patienten sind.

Eine andere Geschichte sind die regelmäßigen Arzttermine. Zum Beispiel muss man als Diabetiker alle sechs Monate zur Augenuntersuchung, der sogenannte Retinopathie. Es herrscht eine erhöhte Gefahr der Erblindung. Das kann nur mit regelmäßigen Untersuchungen vorgebeugt werden. Diese war für mich sehr schmerzhaft und vor allem beeinträchtigend. Nachdem man Augentropfen bekommen hat wird ein großes Lupenglas direkt auf die Pupille gelegt und mit einer Lampe reingeleuchtet. Bei mir haben die Augen noch zwei bis drei Tage danach weh getan. Aus diesem Grund grauste es mir vor der nächsten Untersuchung.

Nun sass ich da im Wartezimmer…konnte vor Aufregung mein mitgebrachtes Buch lesen. Arztbesuche bedeuten für mich einfach Angst. Zu oft hieß es schon schlechte Nachrichten für mich. Als ich beim Arzt auf dem Behandlungsstuhl sass teilte er mir die gute Nachricht mit: Es gibt eine alternative Untersuchungsmethode. Ich könnte als wählen zwischen Schmerzen und die neue digitale Untersuchung. Diese kostet aber 25€ und wird nicht von der Kasse getragen. In diesem Moment war es mir relativ egal wieviel es kostet. Hauptsache er lässt diese Lupengläser in seinem Schrank. Also Geld gezückt und ab vor die digitale Kamera die mein Auge abfotografierte. Diese Untersuchung dauerte ca zwei Minuten. Zwei Minuten, 25 Euro. Danke deutsches Gesundheitssystem…

Alec Empire und das Copyright

Alec Empire hat mal einen Schwung über einer seiner Erfahrungen mit Copyright vertwittert…und wie froh ich bin das es wieder Atari Teenage Riot gibt und vor allem das sie eine große Stimme des kollektivem Netztes sind…

Das letzte Labor das Kodachrome entwickelte

Liest man die Medien der letzten Tage pfeifft Kodak aus dem letzten Loch. Es stimmt mich traurig da ich ein großer Fan des schwarz-weiß Films Tri-X 400 bin. Ich hoffe das es irgendwo ein Wunder gibt was uns diese geschichtsträchtige Firma erhält. Meiner Meinung nach gibt es eine nicht sehr kleine Nische für Film-Liebhaber. Es mögen nicht viele sein aber nach meinem Gefühl werden es täglich mehr. Zu groß ist noch der Unterschied der Optik und das Do-ing zwischen Film und Digital. Mir fehlt bei Digital einfach das Handwerk dahinter. Man kann es vielleicht sogar mit Fast und Slowfood vergleichen. Jeder der sich für wenig Geld eine digitale Spiegelreflex kauft behauptet von sich ein Fotograf zu sein. Ich habe das Gefühl das die Fotos nicht gerade besser werden. Bei einer Rolle Film überlegt man bevor man den Auslöser betätigt. Jeder Schuss bedeutet Kosten und Arbeit in der Entwicklung. Ich gebe auf jeden Fall nicht auf an Film zu glauben.

Kodachrome ist die Legende unter den Farbfilmen. Nun leider hat Kodak ihn eingestellt und da sie die Rezeptur für die Entwicklungschemikalien nicht veröffentlichen wollen, gab es nur noch ein Labor weltweit welches diesen Film entwickelt hat. Über dieses Labor handelt der kleine Dokumentarfilm. Absoluter Filmlaborporno.

Die letzte Rolle von gestern

Ich habe mal den Film in meiner Yashica T3 voll gemacht. Ich brauchte sie für Konzert Fotos. Spontan bin ich bei frostigem Sonnenschein raus um noch ein paar Bilder zumachen bevor es ans Entwickeln ging.

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Unterwegs


Oder auch genannt “On The Road”. Das berühmte Buch von Jack Kerouac. Dieses Buch gilt als die Bibel der Ewig-Nicht-Angepassten. Und das meine ich noch nicht einmal negativ. Sex, Drogen und Jazz und das alles auf einem Roadtrip quer durch Amerika bis runter nach Mexiko. Das Leben weit weg vom von dem vernichtenen Alltag. Den Beat gibt nur die Musik vor die einen durchdringt. Wird es einmal hart und man weiß nicht wie man durch den viel zu schwerden Arbeitstag kommt schließt man am besten einfach seine Augen und steigt zu Sal und Dean ins Auto. Und wenn ein Buch genau dies mit mir macht, war es genau das richtige Buch, zum richtigen Zeitpunkt. So habe ich es mir einen Tag vor Weihnachten gekauft und nun die letzten Seiten fertig gelesen. Das ist für jemanden wie mich sehr schnell. Ich liebe es zu lesen auch wenn ich sehr langsam dabei bin. Manchmal brauche ich Monate oder sogar Jahre für Bücher. Es wird einfach Zeit mehr in Bücher zu investieren. Ich frage mich was mich davon abhält das Auto zupacken und loszufahren…ganz egal wohin. Versteht mich nicht falsch…Nürnberg ist eine ganz wundervolle und wunderschöne Stadt. Es ist das Unterwegs sein. Es ist das wonach sich das Herz sehnt…Danke Sal und Dean für die Geschichten die man am liebsten selber erlebt hätte…

Das ewige Fernweh

Wie mich das Fernweh packt. Weit weg in die Natur möchte ich. Auch wenn Natur nur alte Backsteine bedeutet. Ich will jeden Stein umdrehen und Menschen auf der ganzen Welt nur fast kennenlernen. Ich bin doch so schüchtern und vielleicht als weltfremd und unsozial zu bezeichnen. Ich will hunderte Fotos schießen. Fotos die nur in meinen Träumen stattfinden. Ich würde doch nie jemanden nach seinen Portrait bitten. Meine Erlebnisse würde ich in Notizbüchern festhalten, die ich mich nie trauen würde zu schreiben.

Eat The Document

Wahnsinn wie ich mich über diesen Upload freue. Bob Dylans “Eat The Document” ist nun endlich online. Der, von Bob Dylan selber geschnittene, Dokumentar Film über seine Europa Tournee 1966. Ja genau, der legendären “Judas” Tour. Einige Auschnitte des Films kennt man schon aus Martin Scorsese Film “No Direction Home“. Er ist start an den Film “Dont Look Back” von D. A. Pennebaker angelehnt. Er zeigt Dylan bei der Tour 1966. Neben den erstklassigen Liveaufnehmen lohnt er sich wegen den Nebenszenen. Dylan wie er zum Beispiel den Time Redakteur in Grund und Boden redet oder wie er Joan Baez fast komplett zu ignorieren scheint. Es war eine sehr brisante Tournee 1965 die nur von der Tour 1966 getoppt worden ist. Highlight ist der besagte “Judas Ruf” aus dem Publikum. Dylan machte sie nie große Fans mit seiner inhaltlichen und musikalischen Entwicklung. Und um genau diese Tour geht es in der folgenden Dokumentation. “Eat The Document” wurde niemals offiziell rausgebracht oder gesendet. Vor einigen Jahren beobachtete ich alte VHS Bootlegs auf Ebay…diese Zeiten sind nun vorbei…solange uns die GEMA Mafia keinen Strich durch die Rechnung macht. Genießt es solange es geht…und macht Privatkopien ;-)

Das Leben an der Zugstrecke


Als wir uns diese Wohnung am Dutzendteich in Nürnberg angesehen haben war uns klar das sie direkt an einer Zugstrecke lag. Der Vermieter versicherte uns das er auch extra die besten schallgeschützen Fenster eingebaut hat. Mir war nicht bewusst wie es sein wird direkt an so einer Zugstrecke zu wohnen. Ich bin in Wolfsburg in einem sehr ruhigen Vorort aufgewachsen. Ich kenne nichts anderes als ein Auto was ab und zu vorbei fährt. Das was ich nach einem halben Jahr hier in dieser Wohnung gelernt habe: Ich liebe es…ich liebe jeden einzelnen Zug der vorbei fährt. Wenn man aus den Fenstern schaut und sich fragt wo dieser Zug hinfährt, oder woher er kommt. Was passieren würde wenn wir jetzt in diesem Zug sitzen würden. Romantische Hobbo Geschichten spielen sich jedes mal in meinem Kopf ab. Es sind wie die Adern der Reise die durch Europa sich ziehen und mit jedem Klappern der Züge wünsche ich mir mehr diese Welt zu bereisen…

Die BILD über Containern

Die BILD berichtete über den “Keks Dieb Karsten H.”. Es geht um eine Anklage gegen den sogennanten Keks-Dieb der aus den Müllbehältern einer Bäckerei Gebäck fischte. Das die zu einer Anklage und sogar zu eine Verurteilung wegen “Hausfriedensbruchs” führte ist ja schon lächerlich genug. Aber was der Gute Franz Josef Wagner, der größte unter den Betroffenheits-Poeten, in seiner täglich Kolumne dazu raushaut ist schon weltklasse:

Lieber Keks-Dieb Karsten H.,

das Amtsgericht Lüneburg hat Sie wegen Hausfriedensbruch zu 25 Tagessätzen à 5 Euro verurteilt.

Ihr Vergehen war, dass Sie aus einer Mülltonne in einer Bäckerei nicht mehr verkaufbare Spekulatius-Kekse entnahmen.

Zu Ihrer Person gaben Sie an: „Ich bin verarmt, ich lebe vom Containern.“

Sie, Keks-Dieb, zeigen uns das andere Deutschland. Sie kämpfen für Robin Wood, den Regenwald und gegen Atom. Sie leben aus der Mülltonne. Für mich sind Sie ein Bettler.

Ich denke, Bettler sind auch Menschen. Bettler gehören zu unserer Gesellschaft. Bettler haben die Würde des Hungers. Bettler haben das Recht, in unsere Wohlstandsmülleimer zu greifen.

Bettler fahren nicht mit Luxuslimousinen vor. Bettler schleichen sich in eine Bäckerei. Bettler wollen Hühnerkeulen abknabbern, weggeworfene Muffins verzehren.

Bettler sind keine Schnorrer. Bettler haben Hunger.

Herzlichst,

F. J. Wagner

Davon abgesehen das es seinem Geschreibsel neben den Inhalten auch an Witz fehlt schafft er es sogar zu ignorieren den Begriff “Containern” wenigstens mal zu googeln. Containern ist mehr als die Beschaffung von Lebensmitteln, es ist die Ablehnung der Konsumgesellschaft. Zumindestens der Weg dorthin. Wie kann man diese Wegwerfgesellschaft mehr kritisieren als sich von dem Weggeworfenen der breiten Masse zu ernähren? Ich empfehle das Buch “Evasion” zu lesen. Es hat mir damals die Augen zum “Containern” oder “Dumpster Diven” geöffnet. Neben her ist das Buch pures Feuer in der permanent vorhandenen Alltagsdepression. Schon vor Jahren hört man das viele Supermärkte Probleme mit den Menschen haben die sich noch nicht verdorbene Lebensmittel aus den Abfallcontainern holen. Meißtens wird das Problem mit einem Vorhängeschloss “gelöst”. In Amerika wird ganze noch ziemlich bizarrer: Teilweise werden die Lebensmittel mit Säure übergossen sobald sie auf den “Müll” geworfen werden. Man fragt sich wieso? Der meisst genannte Grund für so ein Handeln ist die Unordnung die die Menschen an den Mülltonnen hinterlassen. Wenn man sich den Film “We Feed the World” anschaut sieht man einen anderen Grund: Sie werden verbrannt…um Energie zu erzeugen. Das perfekte Bild des Kapitalimus…